Altersarmut – für dich kein Thema?

ALTERSARMUT
FÜR DICH KEIN THEMA?

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Altersarmut - Für dich kein Thema?

Als Zonta Club und Teil der weltweiten Zonta Gemeinschaft bewegt uns das Thema Altersarmut bei Frauen ganz besonders.

Noch nie zuvor waren die Frauen so gut ausgebildet wie in unserer Generation. Dennoch haben auch diese gut ausgebildeten Frauen ein erheblich höheres Risiko als Männer, im Alter arm zu sein. Und Altersarmut kann viele Formen haben: Armut durch Pflegefall, Armut als Folge unzureichender Absicherung im Scheidungsfall und vieles andere mehr.

Mit dem Projekt

„Altersarmut Frauen. Sichtbar machen und Strategien entwickeln“

hat der ZONTA Club Offenburg-Ortenau 2016 den Ideenwettbewerb der Landesregierung Baden-Württemberg „Strategien gegen Armut“ gewonnen.

Durch die Förderung mit Landesmitteln war der Aufbau dieser Internetseite sowie zahlreiche weitere Aktionen möglich.

[us_iconbox title=“Heute jung, morgen arm“ link=“url:https%3A%2F%2Fyoutu.be%2F0_IcX4GZbNQ|title:Heute%20jung%2C%20morgen%20alt%20von%20Jan%20Reiff||“]Schau Dir unseren Kino- Spot zum Projekt an!
Gibt’s auch im Kino: Am 21.05. um 10:30 Uhr Forum Offenburg![/us_iconbox]
[us_iconbox title=“Finanzielle Bildung für alle!“ link=“url:http%3A%2F%2Fgeldlehrer.org|title:Geldlehrer%20e.V.|target:%20_blank|“]Die „Geldlehrer“ haben es sich zum Ziel gesetzt, mehr Durchblick für alle zu schaffen. Mehr auf geldlehrer.org![/us_iconbox]

250 Euro Rente: Armut durch Pflegefall

Wie bitter es sich rächen kann, im Alter kein eigenes Einkommen zu haben, zeigt sich bei Ute, 65. Weil ihre Eltern darauf drängten, dass sie was „Handfestes“  lernte, absolvierte sie als junge Frau eine kaufmännische Lehre und ließ sich zur Buchhalterin weiterbilden.

Aber richtig begeistern konnte sie sich nie für diesen Beruf. Immer nur im Büro zu sitzen, das war ihr zu langweilig. Wie viel schöner erschien ihr da die Aussicht auf das Leben mit Bernhard, als seine Frau, die Kind, Haus und Garten versorgt. Bernhard verdiente als Maschinenbau-Ingenieur so gut, dass es auch vom Finanziellen her passte.

Ute wusste zwar, dass dadurch ihre Rente entsprechend gering sein würde – monatlich ca. 250 Euro waren das nur. Aber sie war trotzdem guter Dinge, denn ihr Mann konnte mit rund 2.000 Euro rechnen. Und weil das Reihenhaus bis dahin dann längst abbezahlt sein würde, könnten sie wohl auch als Rentnerpaar weiter gut leben.

Diese Hoffnung war allerdings schnell dahin. Kurz nach seinem 70. Geburtstag erlitt Bernhard einen schweren Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte und an den Rollstuhl fesselte. Ute versuchte alles, um ihn rund um die Uhr so gut wie möglich zu versorgen, aber allein schaffte sie es einfach nicht. Und für eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause reichte das Geld nicht – trotz Pflegestufe III. Schweren Herzens suchte Ute einen Heimplatz , finanziert durch Bernhards Rente und die gesetzliche Pflegeversicherung. Ein klassisches Beispiel für Armut durch Pflegefall.

Glück im Unglück: Ute musste das Reihenhaus nicht verkaufen, um einen Teil der Heimkosten zu tragen. Sie hat also künftig keine Miete zu zahlen. Trotzdem ist die 65-jährige verzweifelt. Sie wird die staatliche Grundsicherung beantragen müssen, weil ihre 250 Euro Rente nicht reichen. Das einzige Kind, Tochter Maja, ist Künstlerin und lebt auf Mallorca. Sie kann von ihrem Einkommen kaum selbst leben, geschweige denn die Mutter unterstützen.

So makaber es klingt: Ute dürfte es finanziell erst wieder besser gehen, wenn ihr Mann nicht mehr lebt und sie die Witwenrente bezieht.

Quelle: Helma Sick & Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge, 3. Auflage, Seite 126